Vinícius entscheidet das Stadtderby: Real Madrid bleibt im Titelrennen

Ein spektakuläres Stadtduell mit Wendungen, Traumtoren und Platzverweis endet mit einem späten Sieg der Königlichen – Valverde sieht Rot.

Aufstellung

Es ist längst zu einer klaren Handschrift geworden: Álvaro Arbeloa setzt auf Kontinuität. „Was funktioniert, wird nicht verändert“ – dieses Prinzip zieht sich durch die vergangenen Wochen und bestätigt sich auch im Derby.

Im Vergleich zu den letzten Spielen nimmt der Trainer lediglich zwei Änderungen vor. Eine davon ist erzwungen: Andriy Lunin rückt für den verletzten Thibaut Courtois zwischen die Pfosten und steht damit vor seiner bislang größten Phase in dieser Saison. Es ist bereits sein viertes Derby im Trikot der Königlichen.

Die zweite Anpassung ist eine bewusste Entscheidung: Dani Carvajal kehrt in die Startelf zurück und übernimmt die rechte Abwehrseite. Grund dafür ist, dass Trent Alexander-Arnold zu spät zum Training kam. Arbeloa fordert absolute Disziplin in der Kabine – für ihn steht Ordnung über allem, auch über sportlichen Entscheidungen.

Ansonsten bleibt vieles beim Alten. Die Innenverteidigung mit Antonio Rüdiger und Dean Huijsen hat sich zuletzt stabilisiert und bleibt unangetastet, während Fran García auf links gesetzt bleibt.

Im Mittelfeld vertraut Arbeloa erneut auf sein aktuelles Erfolgszentrum: Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni als Fixpunkte, ergänzt durch den formstarken Canterano Thiago Pitarch, der damit bereits sein sechstes Spiel in Folge von Beginn an bestreitet – und sein erstes Derby erlebt. Komplettiert wird die Reihe von Arda Güler.

In der Offensive bleibt Arbeloa ebenfalls konsequent. Trotz seines Comebacks muss Kylian Mbappé zunächst auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen bilden Brahim Díaz und Vinícius Júnior erneut das Angriffsduo – bereits zum fünften Mal in Folge.

Ein klares Zeichen: Kontinuität, Vertrauen und Form schlagen große Namen – zumindest zu Beginn dieses Derbys.

Real Madrid: Lunin; Carvajal, Rüdiger, Huijsen, Fran García; Valverde, Thiago, Tchouameni, Güler; Brahim, Vinícius Jr.

Atlético Madrid: Musso; Llorente, Le Normand, Hancko, Ruggeri; Giuliano Simeone, Johnny Cardoso, Koke, Lookman; Griezmann, Julián Alvarez


Offener Schlagabtausch von Beginn an

Dieses Derby hatte alles, was ein großes Spiel braucht – und vielleicht sogar noch mehr. Tempo, Intensität, Wendungen, Traumtore und Diskussionen. Am Ende setzte sich Real Madrid in einem offenen Schlagabtausch gegen Atlético durch – und hält damit den Druck im Titelrennen aufrecht.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel ohne Abtasten. Beide Teams suchten sofort den Weg nach vorne. Die erste große Szene gehörte den Blancos: Nach einem starken Vorstoß von Vinícius kam Carvajal zum Abschluss, doch Musso parierte. Auf der anderen Seite rettete Lunin mit einer starken Parade gegen Griezmann.

Auch Federico Valverde setzte früh ein Zeichen, als er sich mit einem starken Lauf durchsetzte und nur am Pfosten scheiterte. Das Spiel lebte von seiner Dynamik – beide Mannschaften agierten mutig, mit offenem Visier.

Nach der intensiven Anfangsphase übernahm Atlético mehr Kontrolle, zog sich phasenweise etwas zurück und lauerte auf Umschaltmomente. Genau daraus entstand auch die Führung: Über die linke Seite kombinierte sich Atlético stark durch, Lookman bediente Ruggeri, dessen flache Hereingabe Lookman selbst nach einem feinen Kontakt von Giuliano verwertete – Lunin war chancenlos.

Madrid dreht das Spiel – Atlético antwortet

Real Madrid reagierte, blieb aber zunächst ineffizient. Vinícius hatte kurz vor der Pause zwei große Chancen aus kurzer Distanz, scheiterte jedoch jeweils an der Defensive der Gäste. Auch Tchouaméni kam per Kopf nah an den Ausgleich, doch der Ball strich knapp am Pfosten vorbei.

Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel erneut. Brahim Díaz holte mit einer starken Einzelaktion einen Elfmeter heraus, den Vinícius Júnior in der 52. Minute sicher halbhoch links verwandelte – der Ausgleich und gleichzeitig der Startschuss für die beste Phase der Madrilenen.

Nur drei Minuten später folgte die Wende: Valverde setzt sich über die rechte Seite durch, hat das nötige Glück im Duell mit Giménez und trifft mit dem Außenrist ins lange Eck – eine pure Willensleistung, die das Spiel komplett drehte.

Doch Atlético antwortete prompt. Nach taktischen Umstellungen von Diego Simeone kam das Team in der 66. Minute zurück – ein Distanzschuss von Nahuel Molina schlug sehenswert im Winkel ein und stellte auf 2:2.

Vinícius entscheidet – Drama bis zum Schluss

Das Spiel blieb offen, beide Teams suchten die Entscheidung. In dieser Phase übernahm Vinícius erneut die Verantwortung. Nach einem Dribbling an der Strafraumkante setzte er den Ball mit viel Gefühl ins lange Eck – ein Treffer, der letztlich den Unterschied machte. Zuvor setzte sich der eingewechselte Trent sehenswert auf der rechten Seite durch bevor er den Seitenwechsel auf Vini brachte.

Die Schlussphase wurde dann noch einmal hitzig: Valverde sah nach einem Foul an Baena eine völlig überzogene Rote Karte, wodurch Real Madrid die letzten Minuten in Unterzahl überstehen musste. Atlético kam noch einmal gefährlich vor das Tor, Álvarez traf sogar den Pfosten – doch am Ende blieb es beim Sieg für die Königlichen.


RMXpress-Fazit

Ein Derby, das seinem Namen mehr als gerecht wurde.

Real Madrid zeigte Mentalität, Qualität und vor allem den unbedingten Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Trotz zwischenzeitlicher Rückschläge und Unterzahl behielt das Team die Kontrolle in den entscheidenden Momenten.

Der Mann des Abends: Vinícius Júnior. Mit Tor, ständiger Gefahr und dem entscheidenden Treffer hat er das Spiel geprägt.

Der Sieg ist nicht nur emotional wichtig – er ist auch ein klares Signal im Titelrennen: Real Madrid ist noch da.


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