Real Madrid kämpft im Bernabéu gegen die Santiago Wanderers um den U20-Intercontinental Cup

Das Santiago Bernabéu wird am Samstag zur Bühne für ein besonderes Nachwuchsfinale. Real Madrids U19, amtierender Youth-League-Sieger, trifft um 12:30 Uhr auf Copa-Libertadores-Champion Santiago Wanderers und kann als erster spanischer Klub die U20-Intercontinental gewinnen.

Ein Finale mit historischer Dimension

Für La Fábrica steht am Samstag ein besonderer Termin an. Real Madrid trifft im Santiago Bernabéu auf den chilenischen Klub Santiago Wanderers. Gespielt wird am Samstag, den 19. September um 12:30 Uhr, die Partie wird live bei Realmadrid TV übertragen. Es ist das Finale des U20-Intercontinental Cup, in dem traditionell der Sieger der UEFA Youth League auf den Champion der südamerikanischen Copa Libertadores U20 trifft.

Für Real Madrid ist es die erste Gelegenheit, diesen Titel zu gewinnen. Gleichzeitig wird die fünfte Auflage des Wettbewerbs erstmals in Europa ausgetragen.

Bislang triumphierten:

  • Benfica 2022
  • Boca Juniors 2023
  • Flamengo 2024
  • Flamengo 2025

Nun will Real Madrid diese Liste erweitern – und zugleich der erste spanische Sieger des Wettbewerbs werden.


Youth-League-Champion jagt den nächsten Titel

Die Grundlage für die Teilnahme legte Real Madrid in einer außergewöhnlichen Saison 2025/26. Die Mannschaft gewann nicht nur die heimische Liga und die Copa de Campeones, sondern krönte das Jahr mit dem Triumph in der UEFA Youth League.

Im Finale gegen Club Brügge fiel die Entscheidung nach einem engen Spiel im Elfmeterschießen. Real Madrid setzte sich mit 4:2 durch und gewann damit zum zweiten Mal die Youth League. Der Titel öffnete die Tür zum Intercontinental Cup. Nun könnte aus dem Triple sogar ein historischer vierter Titel werden. Innerhalb der Mannschaft wird deshalb bereits vom möglichen „Póker de Oro“ gesprochen.


Santiago Wanderers reist als Südamerika-Champion an

Der Gegner kommt mit einer ähnlich besonderen Geschichte nach Madrid. Santiago Wanderers gewann erstmals in der Klubgeschichte die Copa Libertadores U20. Im Finale gegen Flamengo lag der chilenische Klub lange zurück, ehe Sebastián Vargas in der 89. Minute noch den Ausgleich erzielte. Im anschließenden Elfmeterschießen setzte sich Santiago Wanderers mit 5:4 durch.

Damit beendeten die Chilenen zugleich Flamengos Chance auf den dritten Intercontinental-Titel in Folge. Die Mannschaft gilt als physisch stark und kompromisslos in den Zweikämpfen – genau darauf hat sich Real Madrid vorbereitet.


Chilenische Fans sorgen für besondere Atmosphäre

Auch auf den Tribünen dürfte das Finale eine besondere Stimmung bekommen. Rund 3.000 Anhänger von Santiago Wanderers werden im Bernabéu erwartet. Etwa 500 davon sollen sogar direkt aus Chile anreisen – trotz einer Entfernung von mehr als 10.000 Kilometern.

Für viele von ihnen ist bereits die Kombination außergewöhnlich: ein historisches Finale ihres Klubs und dazu ein Spiel im Santiago Bernabéu gegen Real Madrid. Auch die Königlichen versuchen, möglichst viele Zuschauer ins Stadion zu bekommen.

Die Tickets liegen zwischen 15 und 24 Euro. Mitglieder von Real Madrid erhalten freien Eintritt, Madridista-Premium-Mitglieder einen Rabatt von 30 Prozent.


Sergio Martínez vor seinem Bernabéu-Debüt

Ein besonderer Name im Aufgebot ist Sergio Martínez. Der 19-Jährige wechselte erst kurz vor Ende des Transferfensters von Racing Santander zu Real Madrid und erlebte anschließend eine bemerkenswerte erste Woche.

Training mit der ersten Mannschaft, Champions-League-Registrierung, erste Reise mit den Profis – und nun folgt womöglich bereits sein erster Auftritt im Bernabéu. Für Martínez wäre es zugleich die Chance auf seinen ersten Titel im weißen Trikot. Er gehört zu einer Mannschaft, die stark auf den erfolgreichen Kern der vergangenen Youth-League-Saison setzt.


Die „Generation Youth“ bleibt weitgehend zusammen

Real Madrid greift mit zahlreichen Spielern an, die bereits im Frühjahr den europäischen Nachwuchstitel gewonnen haben.

Dazu zählen unter anderem: Javi Navarro, Fortea, Joan Martínez, Mario Rivas, Diego Aguado, Cestero, Carlos Díez, Yáñez, Ciria und Gabri Valero.

Auch Roberto Martín ist wieder dabei. Eine Verletzung hatte ihm die Teilnahme an der Finalphase in Lausanne genommen. Ergänzt wird die Mannschaft durch einige neue beziehungsweise hochgezogene Spieler. Javi Bailón steht als Rechtsverteidiger im Kader, während Santamaría und Yeremaiah zusätzliche Optionen im Angriff liefern. Gerade Yeremaiah gilt trotz seines jungen Alters als großes Talent und könnte sogar für die Startelf infrage kommen. Nicht mehr dabei sind dagegen mehrere Spieler, die inzwischen andere Wege eingeschlagen haben. Jacobo Ortega spielt mittlerweile in Frankreich, während Jaime Barroso nach seiner Verletzung noch nicht wieder vollständig zur Verfügung steht.


Álvaro López: „Wir wollen Geschichte schreiben“

Auch auf der Trainerposition setzt Real Madrid auf Kontinuität. Álvaro López übernahm die U19 während der vergangenen Saison und führte die Mannschaft schließlich zum Triple. Vor dem Finale machte er deutlich, dass die Mannschaft trotz der außergewöhnlichen Kulisse bei ihrer Identität bleiben will.

Über das Finale: „Wir müssen wir selbst sein, das machen, was wir bisher gemacht haben, und die Werte von Real Madrid auf höchstem Niveau vertreten. Wir haben große Lust darauf und freuen uns darauf, dass es endlich losgeht. Für viele wird es ein ganz besonderer Tag und wir wollen ihn maximal genießen.“

Der Zusammenhalt der Mannschaft war laut López bereits in der Youth League ein entscheidender Faktor.

Über die Mannschaft: „Viele Spieler sind schon seit Jahren im Klub. Dadurch entstehen starke Verbindungen. Wichtig ist, dass wir eine Familie sind. Genau das hat uns in der vergangenen Saison in der Youth League stark gemacht. Diese Energie wollen wir auch in dieses Finale mitnehmen.“

Auch das Bernabéu verleiht der Partie zusätzliche Bedeutung.

Über das Stadion: „Wir sind dem Klub sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen, im Bernabéu zu spielen. Für uns alle ist das ein Traum und eine einmalige Chance: ein Finale mit diesem Trikot im besten Stadion der Welt – und dazu die Möglichkeit, als erster spanischer Klub den U20-Intercontinental Cup zu gewinnen.“


Aguado und Navarro warnen vor Santiago Wanderers

Die Spieler wissen, dass die besondere Kulisse allein keinen Titel bringt. Die Erfahrung aus Lausanne soll helfen.

Diego Aguado über Finalspiele: „Viele von uns wissen bereits, wie schwierig ein Finale ist. Ein einziges Spiel über 90 Minuten kann dich bis ins Elfmeterschießen führen, wie wir es in der Schweiz erlebt haben. Wir müssen hochkonzentriert sein und versuchen, den Titel schon in den 90 Minuten zu gewinnen. Wenn es ins Elfmeterschießen geht, müssen wir dort alles geben.“

Besonderen Respekt hat Aguado vor der Intensität der Chilenen.

Über Santiago Wanderers: „Wir wissen, dass sie sehr aggressiv in die Zweikämpfe gehen und um jeden Ball kämpfen werden. In diesem Bereich müssen wir mindestens auf ihrem Niveau sein – oder besser.“

Auch für ihn besitzt das Bernabéu einen besonderen Stellenwert.

Über die Unterstützung der Fans: „Im Bernabéu zu spielen, ist schwer zu beschreiben. Es ist das beste Stadion der Welt. Wir wollen das genießen und auf dem Platz Spaß haben. Wir hoffen, dass die Fans voll dabei sind, uns unterstützen und wir ihre Energie spüren.“

Javi Navarro blickt ähnlich auf den Nachmittag.

Über das Bernabéu: „Hier spielen zu dürfen, ist ein wahr gewordener Traum. Es wird eine unvergessliche Erfahrung. Natürlich sind wir nervös, weil dieses Stadion Eindruck macht. Aber wir wissen, was wir gegen diesen starken Gegner tun müssen.“


Real Madrids 23 Spieler für das Finale

Torhüter: Javi Navarro, Voloshyn, Álvaro

Verteidigung: Fortea, Javi Bailón, Joan Martínez, Mario Rivas, Diego Aguado, Ariel, Lezcano, Liberto

Mittelfeld: Cestero, Beto, Lacosta, Carlos Díez, Sergio Martínez, Roberto Martín

Angriff: Yáñez, Gabri Valero, Ciria, Adri Pérez, Yeremaiah, Santamaría


RMXpress Fazit

Für Real Madrids Nachwuchs ist dieses Finale mehr als nur ein weiteres Jugendspiel. Die Mannschaft hat bereits Liga, Copa de Campeones und Youth League gewonnen. Nun bietet sich die Chance, diese außergewöhnliche Generation mit einem internationalen Titel gegen den südamerikanischen Champion endgültig zu krönen.

Hinzu kommt die Bühne. Ein Finale im Santiago Bernabéu, mehrere Tausend chilenische Fans auf den Rängen und die Möglichkeit, als erster spanischer Klub diesen Wettbewerb zu gewinnen – größer könnte der Rahmen für La Fábrica kaum sein.

Real Madrid hat die Chance auf Geschichte. Jetzt fehlen nur noch 90 Minuten – vielleicht etwas mehr.

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