Seit 1902

Geschichte

Von den ersten Fußballpionieren Madrids bis zu den großen europäischen Epochen der Königlichen.
1902Gründungsjahr 15Europapokale 36Meisterschaften 120+Jahre Geschichte
Chronik

Die Epochen der Königlichen

1902–1910

Die Anfänge des größten Fußballklubs der Welt

Ende des 19. Jahrhunderts erreichte eine neue Sportart aus England die spanische Hauptstadt: Fußball. Was zunächst als Freizeitbeschäftigung weniger Enthusiasten begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer Bewegung. In Madrid entstand mit dem Madrid Football Club der Grundstein für das heutige Real Madrid.

Zu den prägenden Persönlichkeiten der frühen Jahre gehörten Julián Palacios sowie die Brüder Juan und Carlos Padrós. Offiziell gegründet wurde der Klub am 6. März 1902 unter Präsident Juan Padrós. Schon damals zeigte sich die enorme Begeisterung rund um den Verein.

Mit wachsender Popularität entstand auch die Idee eines landesweiten Wettbewerbs zu Ehren von König Alfonso XIII. Daraus entwickelte sich die Copa de España. Bereits in den ersten Jahren gewann der junge Klub vier der ersten sechs Austragungen.

1911–1920

Der Weg zur „königlichen“ Identität

Der spanische Fußball befand sich in einer Phase des Umbruchs. Unterschiedliche Verbände und konkurrierende Interessen sorgten für Unsicherheit. Doch Real Madrid schaffte es, sich weiterzuentwickeln.

Mit dem Umzug ins Estadio de O’Donnell begann ein wichtiger Schritt in Richtung Professionalisierung. Mehr Zuschauer bedeuteten höhere Einnahmen und bessere Voraussetzungen.

1920 verlieh König Alfonso XIII. dem Verein offiziell den Titel „Real“. Aus dem Madrid Football Club wurde Real Madrid – ein Name von später weltweiter Bedeutung.

1921–1930

Internationale Aufmerksamkeit und die Geburt der Liga

In den 1920er-Jahren entwickelte sich Real Madrid zunehmend zu einem internationalen Aushängeschild des spanischen Fußballs. Auslandsreisen sorgten für immer mehr Anerkennung.

Mit dem Wachstum folgten weitere Stadionwechsel: zunächst ins Velódromo de Ciudad Lineal, später ins legendäre Chamartín-Stadion. Dort bestritt Real Madrid 1929 sein erstes Spiel in der neu gegründeten spanischen Liga.

Die Primera División markierte einen Wendepunkt – und Real Madrid gehörte von Beginn an zu den zentralen Figuren dieser neuen Ära.

1931–1940

Titel, Tragödien und der Schatten des Krieges

Mit Stars wie Ricardo Zamora, Ciriaco oder Quincoces formte Real Madrid eine der stärksten Defensiven seiner Zeit. Zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiege zeigten die entstehende Siegermentalität. 1931/32 gewann die Mannschaft die Liga sogar ungeschlagen.

Die politische Situation hinterließ ebenfalls Spuren: Während der Zweiten Republik verschwand die Krone aus dem Wappen und der Klub trat zeitweise wieder als Madrid F. C. auf.

Kurz nach dem Pokalsieg 1936 begann der Spanische Bürgerkrieg. Die sportliche Entwicklung wurde gestoppt und Real Madrid musste nach dem Krieg praktisch neu aufgebaut werden.

1941–1950

Die Ära Santiago Bernabéu beginnt

Nach dem Bürgerkrieg standen Stadion, Mannschaft und Vereinsidentität vor einem Neuanfang. 1943 wurde Santiago Bernabéu Präsident von Real Madrid. Unter seiner Führung entwickelte sich der Klub Schritt für Schritt zum globalen Giganten.

Die Krone kehrte ins Wappen zurück und der Verein erhielt offiziell den Namen Real Madrid Club de Fútbol. Sportlich sorgten das legendäre Pokalspiel gegen Barcelona 1943 und der Pokalsieg 1946 für wichtige Zeichen des Wiederaufbaus.

1951–1960

Di Stéfano und die Geburt einer Legende

Mit Alfredo Di Stéfano begann eine goldene Ära, die den Fußball nachhaltig verändern sollte. Zwischen 1956 und 1960 gewann Real Madrid fünf Europapokale der Landesmeister in Folge – ein bis heute unerreichter Meilenstein.

Unter Präsident Santiago Bernabéu entstand eine Mannschaft voller Weltklasse-Spieler, die mit offensivem und spektakulärem Fußball ganz Europa begeisterte. 1956 gewann Real Madrid die erste Ausgabe des Europapokals überhaupt.

1960 folgte der erste Weltpokal. Mit einem 5:1 gegen Peñarol krönte sich Real Madrid erstmals zum besten Klub der Welt.

1961–1970

„Yé-Yé“-Madrid und nationale Dominanz

Nach der Di-Stéfano-Generation leitete der Klub eine Verjüngung ein. In Spanien blieb Real Madrid dennoch das dominierende Team.

1966 holte der Verein seine sechste Europapokal-Trophäe. Die Mannschaft ging als „Yé-Yé-Madrid“ in die Geschichte ein. Spieler wie Gento, Pirri, Amancio oder Velázquez bewiesen, dass Real Madrid auch ohne die Stars der 1950er-Jahre Europas Spitze bleiben konnte.

1971–1980

Abschied von Bernabéu und neue Herausforderungen

Die 1970er-Jahre waren sportlich erfolgreich, wurden jedoch vom Tod Santiago Bernabéus am 2. Juni 1978 überschattet. Real Madrid verlor die prägende Persönlichkeit seiner Geschichte.

Luis de Carlos übernahm anschließend die Präsidentschaft und führte den Verein durch eine schwierige Übergangszeit. Zu Ehren Bernabéus wurde 1979 erstmals die Trofeo Santiago Bernabéu ausgetragen.

1981–1990

Die „Quinta del Buitre“ und magische Europapokalnächte

In den 1980er-Jahren prägte eine außergewöhnliche Generation aus der eigenen Jugend den Verein: die berühmte „Quinta del Buitre“. Emilio Butragueño, Míchel, Sanchís, Martín Vázquez und Pardeza wurden zu den Gesichtern des Teams.

Zusammen mit Torjäger Hugo Sánchez gewann Real Madrid fünf Meisterschaften in Folge. 1985 und 1986 holte der Klub zweimal hintereinander den UEFA-Pokal – begleitet von legendären Aufholjagden im Bernabéu.

1991–2000

Die Rückkehr auf Europas Thron

Mit Spielern wie Raúl, Redondo, Roberto Carlos, Seedorf oder Mijatović entstand erneut eine Weltklasse-Mannschaft.

1998 gewann Real Madrid unter Jupp Heynckes die lang ersehnte „Séptima“. Nach 32 Jahren kehrte der Klub auf Europas Fußballthron zurück. Zwei Jahre später folgte unter Vicente del Bosque die „Octava“. Gleichzeitig begann mit Florentino Pérez eine neue Ära an der Vereinsspitze.

2001–2010

Die Galácticos und globale Expansion

Mit Florentino Pérez entstand das berühmte „Galácticos“-Projekt. Weltstars wie Zidane, Ronaldo und Beckham wechselten nach Madrid.

2002 gewann Real Madrid die „Novena“, gekrönt vom legendären Zidane-Volley gegen Leverkusen. Gleichzeitig modernisierte Pérez den Verein. Das Trainingszentrum in Valdebebas und die wirtschaftliche Neuausrichtung machten Real Madrid zu einer der mächtigsten Sportmarken der Welt.

2011–2020

Die goldene Champions-League-Ära

Unter José Mourinho, Carlo Ancelotti und Zinédine Zidane begann eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte. 2014 gewann Real Madrid mit „La Décima“ den zehnten Champions-League-Titel. Es folgten weitere Triumphe 2016, 2017 und 2018.

Unter Zidane gewann Real Madrid als erstes Team der modernen Champions-League-Ära dreimal in Folge den Titel. Cristiano Ronaldo, Sergio Ramos, Luka Modrić, Toni Kroos und Karim Benzema prägten diese Mannschaft.

2021–heute

Die Gegenwart: Europas unangefochtener König

Auch in den vergangenen Jahren blieb Real Madrid die prägende Kraft Europas. Unter Carlo Ancelotti gewann der Klub 2022 die 14. Champions League und 2024 mit der „Decimoquinta“ den 15. Titel.

Die Siege gegen Liverpool in Paris und Borussia Dortmund in Wembley festigten den Status als erfolgreichster Klub Europas. Eine neue Generation um Vinícius Júnior, Jude Bellingham, Rodrygo und Federico Valverde führt den Mythos weiter.